Warum deine Einkaufstasche nicht so grün ist, wie du denkst

von Chris Eggenberger

In Supermärkten wird dem Kunden mittlerweile eine grosse Auswahl an Taschen für den Transport seines Einkaufs geboten. Da ist es einfach, in der Nachhaltigkeitsfrage den Überblick zu verlieren. Der Schritt weg vom Plastiksack scheint logisch, doch neue Studien belegen, dass man Mehrwegtaschen bis zu 50 Mal verwenden muss, um die Umweltbilanz zum einfachen Plastiksack auszugleichen.

Welche Tasche ist die Beste, und woran erkenne ich diese?

Zu oft werden Plastiksäcke nur ein einziges Mal verwendet, landen danach im Müll und enden schlussendlich im Meer. Wissenschaftler sprechen von acht Millionen Tonnen Plastik, die jedes Jahr in die Ozeane kommen. Im Jahr 2050 wird es in den Ozeanen wohl mehr Plastik geben als Fische. Für jegliches Leben im Meer ist das eine tödliche Katastrophe. Tiere sterben, weil sie Plastik mit Nahrung verwechseln oder in Abfallstücken hängen bleiben und ertrinken. Mikroplastik wird von Plankton gefressen und macht seinen Weg durch die Nahrungskette, bis auf unsere Teller.

Über zehn Prozent der Verschmutzung in Küstengebieten wird ausserdem Statistiken zufolge von Plastiksäcken verursacht. Dieser Plastik braucht dann bis zu 1000 Jahre, bis er sich selbst abbaut. Nun, da die Verschmutzung auch zum Beispiel die USA erreicht hat, werden weltweit Alternativen zum Plastiksack gesucht – und auch gefunden. Doch auch Papiertasche und Co. haben ihre Schwächen, wie eine Forschungsarbeit aus Dänemarkeindrücklich belegt.

Wir Schweizer gehören dabei sogar zu den Top-Verbrauchern. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt produzieren wir dreimal mehr Plastik, das Meiste davon sind Einwegverpackungen. Nur 25% des Plastikmülls werden hierzulande wiederverwendet, weit weniger als zum Beispiel in Schweden oder Spanien.

Einkaufstasche: Die perfekte Lösung gibt es nicht

Welche Tasche die Beste ist, lässt sich dabei nicht ganz einfach beantworten. Grundsätzlich gilt aber, das Produkt so oft wie möglich wiederzuverwenden, egal für welche Variante man sich entscheidet. Taschen beim Entsorgen als Abfallsäcke zu nutzen oder zu verbrennen sind einfache Wege, um zu verhindern, dass das Säckli im Meer landet.

In der dänischen Studie schneidet die Papiertasche, eine herkömmliche Alternative zum Plastik, umwelttechnisch ebenfalls schlecht ab. Dies obwohl das Papier bereits nach 50 Jahren abgebaut ist und aus der Natur verschwindet. Für die Produktion der Papiertaschen müssen nämlich zahllose Bäume gefällt werden, während Plastik für Einkaufssäcke oft aus Abfallprodukten der Erdölraffinerie stammt. Das Papier ist Schwerer, der Transport daher aufwändiger und schädlicher. Mindestens dreimal müsste man die Papiertasche wiederverwenden, um eine ausgeglichene Blianz zu erreichen. “Es ist unwahrscheinlich, dass eine Papiertasche oft genug wiederverwendet wird, da sie nur eine kurze Haltbarkeit hat”, erklärt aber die britische Umweltagentur Environment Agency.

Welche Möglichkeiten bietet Hutter Products?

Im Fokus von Hutter Products stehen hingegen Mehrwegtragetaschen aus PP und PET, die aus gesammelten und recyceltem Ozeanplastik gefertigt werden. Die Grundlage dieser Taschen sind Kohlenwasserstoffe, laut der Studie muss man sie nur 5-8 Mal wiederverwenden, um umweltschonender zu sein als die Plastiksäcke. Die PP- und PET Taschen sind deutlich haltbarer als zum Beispiel Papiersäcke und werden oft jahrelang wiederverwendet. Da die Tasche aus Ozeanplastik besteht, verbessert sich die Umweltbilanz im Vergleich zu anderen Produkten weiter. Zusätzlich entfernt jede gekaufte Tasche zwischen 1-3kg Abfall an den Stränden und im Meer, das für die Produktion einer neuen Tasche verwendet wird.

Und was ist, wenn ich meine Tasche vergesse?

Jedem wird es einmal passieren, dass er seine Mehrwegtasche zuhause vergisst. Dann muss es eben mal eine Neue sein. Vergessen darfst du dabei aber nicht, dass auch die Produkte in deiner Tasche einen Einfluss auf die Umwelt haben, wenn sie in Plastik verpackt sind und am anderen Ende der Welt hergestellt wurden. Grösser Denken ist nötig, um dem Problem der Klimaerwärmung und der verschmutzten Meere entgegenzuwirken.